Praxis Dr.med. Hans Joachim von der Burchard

Pfeiffersches Drüsenfieber

 Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist auch bekannt als infektiöse Mononukleose, Morbus Pfeiffer, Studenten-Krankheit oder Kusskrankheit (engl.“kissing disease“).


Es handelt sich um eine Viruserkrankung durch das Epstein-Barr-Virus (EBV).Dieser Erreger gehört zu der Gruppe der Herpesviren. Die Übertragung erfolgt durch Speichelkontakt, daher auch der Name Kusskrankheit.


Die Infektion ist weit verbreitet: man schätzt, dass bis zu 95% aller Menschen bis zum 30. Lebensjahr Kontakt mit den Viren hatten. Der Erkrankungsgipfel liegt im jugendlichen Alter.


Die Viren befallen die Lymphknoten, aber auch die Leber, Milz und Herz. Anfänglich infiziert der Erreger die Epithelzellen von Nase, Mund und Rachen sowie eine Gruppe der weißen Blutkörperchen, die B-Lymphozyten. Bei Kindern unter zehn Jahren verläuft die Erkrankung in der Regel ohne Krankheitsanzeichen. Im Erwachsenenalter treten meist grippeähnliche Beschwerden und nur selten Komplikationen auf.


Das typische Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch Fieber, eine Rachenentzündung/ Mandelentzündung (Tonsillitis) mit schmutziggrauen Belägen, Lymphknotenschwellungen im Bereich des Halses, des Nackens und seltener auch unter den Achseln und an den Leisten sowie typische Blutbildveränderungen (Virozyten).

Ferner kommt es oft zu einer Milzschwellung, gelegentlich zu einer Lebervergrößerung und in 5% der Fälle zu einer Entzündung der Leber (Hepatitis).


In 10% der Fälle kommt es zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion der Mandeln. Seltene Komplikationen sind eine Milzruptur, eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis), des Gehirns und der Hirnhäute ( Meningoenzephalitis) oder der Niere (Nephritis). Des Weiteren kann eine Blutplättchenarmut und und ein Absinken der weißen Blutkörperchen (Granulozytopenie) auftreten. Derart ernste Verläufe der Erkrankung sind jedoch selten.


Bei immunkompetenten Menschen ist die Prognose gut.


In der Regel tritt die Krankheit im Leben eines Menschen nur einmal auf, allerdings sind wiederholte Infektionen (Reinfektionen) wie bei allen Herpesviren möglich.

Langgezogene Krankheitsverläufe, die sich in abgeschwächter Form über Monate und Jahre erstrecken können, sind selten.