Praxis Dr.med. Hans Joachim von der Burchard

Lactoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)

Bei der Lactoseintoleranz besteht ein Mangel an dem milchzuckerspaltenden Enzym Lactase in der Dünndarmschleimhaut. Der Milchzucker (Lactose) wird ohne Lactase in nicht resorbierbare Zuckerstoffe aufgespalten, die dann in den unteren Darmabschnitten von den dort vorhandenen Darmbakterien u.a. zu Gasen und kurzkettigen Fettsäuren abgebaut werden. Dies ist für Blähungen und Durchfall sowie damit verbundenen Bauchschmerzen ca. 30min – 2h nach Aufnahme verantwortlich.

Die Lactoseintoleranz ist weltweit verbreitet. Große Teile der südlichen Erdhalbkugel sind betroffen, während in Europa und in den USA die Zahlen erheblich geringer sind. Die Karte zeigt die ungefähre prozentuale Verteilung der Lactoseintoleranz auf der Welt. Man kann somit sagen, dass die meisten Menschen unserer Welt eine Lactose-Intoleranz haben, nur eben nicht die Menschen in Europa und den USA.

 

Der Lactasemangel kann angeboren oder erworben sein, häufig tritt er nach Antibiotikagabe oder Magen-Darm-Grippen vorübergehend auf. Zudem kann er mit anderen Magendarmerkrankungen wie Zöliakie oder Morbus Crohn vergesellschaftet sein. Mit zunehmendem Alter nimmt generell die Lactase-Aktivität ab, was mit einer zunehmenden Symptomatik einhergehen kann.

Die Ausprägung der Beschwerden ist sehr unterschiedlich und abhängig vom Ausmaß der Rest-Aktivität der Lactase. Es kann eine Erholung nach Behandlung der Ursache stattfinden.

Liegt der Verdacht auf eine Milchzuckerunverträglichkeit vor, sollte in einem ärztlichen Gespräch die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen von Begleiterkrankungen abgeklärt werden, ggf . diesbzgl. eine weitere Diagnostik veranlasst werden.

Wenn nun ein Verdacht auf Lactose-Intoleranz vorliegt, bestehen verschiedene Vorgehensweisen:

In einem 1. Schritt kann auf eine lactosearme (max. 8g/Tag) Ernährung  umgestellt werden:

Dies bedeutet den Verzicht auf

- Milch und Milchprodukte wie Quark, Frischkäse, Weichkäse

- Milchspeisen wie Pfannkuchen oder Milchreis, Speiseeis, Sahne, Creme fraiche

- Joghurt in Maßen (wegen der enthaltenen Lactase) sowie Hartkäse wegen des geringen Gehaltes von <1g/100g sind hier erlaubt

Wenn nach Einhaltung dieser Maßnahmen die Symptome verschwinden, kann man vom Vorliegen einer Lactose-Intoleranz ausgehen.

 

Laktosetoleranztest
 

In unklaren Fällen kann die Diagnose auch mit einem Test weiter gefestigt werden. 

Prinzip:

Überprüfung der Laktaseaktivität der Dünndarmschleimhaut über einen Anstieg der Blutglucosekonzentration nach Laktosegabe.

Durchführung:

1. Patient nüchtern
2. Orale Gabe von 50 g Laktose in 400 ml Wasser.
3. Kapilläre Blutentnahme nach 0, 30, 60, 90 und 120 min und Bestimmung der Blutglucose.

Interpretation:

1. Normal: Anstieg der Blutglucose >25 mg/dl.
2. Bei verminderter oder fehlender Laktaseaktivität: fehlender Blutglucoseanstieg mit eintretenden Bauchschmerzen und Blähungen