Praxis Dr.med. Hans Joachim von der Burchard

Hypertonie (Bluthochdruck)

Unter Blutdruck versteht man den Druck, mit dem das Blut gegen die Blutgefäßwände gedrückt wird. Dabei gibt der 1. Wert den Druck an, der beim Ausstoß des Blutes aus dem Herzen entsteht. Der 2. Wert spiegelt den fortbestehenden Druck nach Beendigung der Herzaktion wieder.

Im Allgemeinen sollte der Blutdruck nicht 140mm Hg für den 1. Wert bzw. 90mm Hg für den 2. Wert überschreiten. (Diese Werte können im begründeten Einzelfall auch anders festgelegt werden).

Bei dauerhaft bestehenden hohen Werten drohen Gefäßschäden mit Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschwäche u.a. .

Wenn wiederholt zu hohe Werte gemessen werden, führen wir angepasst an das Alter bzw. die Lebenssituation eine Basis- bzw erweiterte Diagnostik durch. Dabei suchen wir nach nicht durch Lebensstilveränderung (s.u.) behandelbaren Ursachen bzw. schon entstandenen Folgeschäden. Diese Diagnostik enthält immer eine Blutentnahme und Urinprobe, ein EKG , Ultraschall sowie ggf. durch Überweisung weiterführende Diagnostik.

Insbesondere bei grenzwertigem Befund oder auch parallel zu einer medikamentösen Behandlung (s.u.) spielen Lebenstilveränderungen bei jüngeren Patienten eine entscheidende Rolle: Dazu gehören Gewichtsabnahme (-10kg kann bis zu -20mm Hg bedeuten!!), gesunde Ernährung mit wenig Fleisch bzw gesättigten Fettsäuren, viel Obst, Vollkorn, wenig Salz, viel körperliche Bewegung sowie Stressabbau (ggf durch das Erlernen von Stressabbautechniken).

Ganz wichtig ist der Verzicht auf Nikotin in jedwelcher Form, da dadurch die Gefahr von möglichen Gefäßschäden vervielfacht wird!

 

Wenn sich eine Hypertonie nicht durch diese Maßnahmen ausreichend beeinflussen lässt bzw. die Ausgangswerte zu hoch sind, leiten wir eine medikamentöse Therapie ein. Hierbei verfahren wir nach den aktuellen Leitlinien.

In der Stufe 1 verwenden wir jeweils auf Begleiterkrankungen, Lebensstil und Geschlecht abgestimmt ein Medikament aus einer der folgenden Medikamentengruppen:

ACE-Hemmer

- Ramipril

- Enalapril

- Lisinopril

Ca-Antagonist

- Amlodipin

- Nitrendipin

Diuretikum (Entwässerunstablette)

-HCT (Hydrochlorothiazid)

-ggfs. Furosemid bei gleichzeitigem Vorliegen einer Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche)

- Torasemid

Betablocker

- Bisoprolol

- Metoprolol retardiert

- Carvedilol

 

AT1-Blocker werden wegen der hohen Verordnungskosten (bis zu 5faches der anderen Medikamente) nur in besonderen Fällen hier eingesetzt.

 

In der Stufe 2 verwenden wir Kombinationen der o.g. Medikamente, wiederum auf die Lebenssituation abgestimmt. Zusätzlich kann hier ein Alphablocker zum Zuge kommen, v.a wenn zusätzlich durch Prostatavergrößerung bedingte Beschwerden vorliegen. Teilweise liegen Kombinationstabletten vor (2 Wirkstoffe in 1 Tablette).

Manchmal ist es notwendig bis zu 5 oder 6 verschiedene Medikamente gleichzeitig einzusetzen. Dies erfolgt nur, wenn alle anderen Möglichkeiten der Blutdruckbeeinflussung ausgeschöpft sind. Bei der Medikamentenzusammenstellung achten wir besonders auf eine gute Verträglichkeit der Kombination. Wenn es weiterhin zu Problemen aufgrung mangelnder Blutdruckeinstellung bzw Unverträglichkeiten kommt, übrweisen wir an Hypertoniespezialisten (im Regelfall Nierenfachärzte), denen weitere, seltener angewandte Medikamente zur Verfügung stehen. Die Weiterverordnung ist selbstverständlich dann hier möglich!

Alle Patienten mit einem Hypertonus werden bei uns regelmäßig mit Kontrollterminen und weiterführenden Untersuchen wie Blutentnahmen ggf EKG und Ultraschall begleitet.

Es kann sein, dass nach maßgeblichen Lebensstiländerungen wie Gewichtsabnahme, Stressabbau eine Verminderung der Tablettendosierung oder gar Beendigung einer Therapie erfolgen kann. Dies sollte aber nur nach Rücksprache und unter engmaschigen Kontrollen erfolgen, da es sonst zu gefährlichen Blutdruckspitzen kommen kann. Umgekehrt kann  im Laufe der Jahe mit zunehmenden Alter eine Erweiterung der Therapie notwendig werden.

Fazit: Eine moderne Blutdrucktherapie ist heute im Allgemeinen gut verträglich . Bei Unverträglichkeiten stehen eine Vielzahl von anderen Medikamentengruppen zur Verfügung. Ein gesunder Lebensstil trägt zur Verringerung der Anzahl von tabetten bei. Eine gute Blutdruckeinstellung ist ein wichtiger Baustein zum Schutz vor schweren Folgekrankheiten.

Weiterführende Informationen für Patienten:

Unter dem folgendem Link finden Sie lesenswerte Patienteninformationen des MMW-Verlages (Münchner Medizinische Wochenschrift) über die Hypertonie:

www.mmw.de/mmw/downloadcenter/patienteninformation/content-122991.html